23.04.2026
Bosch Mobility-Umsatz legt im Land um fünf Prozent zu
- Bosch-Chef Stefan Hartung: „Im anspruchsvollen Mobilitätsgeschäft in China fährt Bosch an der Spitze. Wir sind führender Technologiepartner im Land.“
- China-Umsatz von Bosch Mobility steigt 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent auf 122,3 Milliarden CNY (circa 15,1 Milliarden Euro).
- Mehr Sicherheit, Komfort und Zeit im Fahrzeug: Bosch testet in China das Automatisierte Fahren auf Level 3.
- Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn: „Wir sind idealer Partner, um Level-3-Fahrfunktionen mit echtem Mehrwert ins Fahrzeug zu bringen.“
- Bosch prägt mit breitem Produktportfolio und weltweitem Netzwerk die softwaredefinierte Mobilität– vom Chip bis zur Cloud.
- Bosch verbucht zahlreiche Aufträge für smarte Chassis-Lösungen rund um By-Wire sowie diverse Projekte in der Elektromobilität.
Peking/Stuttgart – China bleibt der Wachstumsmotor des globalen Automobilmarkts – und Bosch Mobility Technologiepartner Nummer eins im Land. Die Mobilitätssparte des Unternehmens steigerte ihren Umsatz in China im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund fünf Prozent von 116,6 auf 122,3 CNY (circa 15,1 Milliarden Euro). Deutlich mehr als die Hälfte der Erlöse erwirtschaftete Bosch Mobility dabei mit chinesischen Fahrzeugherstellern, was die herausragende Stellung des Unternehmens im innovationsgetriebenen Markt untermauert. Mit 34,5 Millionen Pkw und schweren Nutzfahrzeugen entfiel im Jahr 2025 mehr als ein Drittel der weltweiten Fahrzeugproduktion auf China.
„Das Mobilitätsgeschäft in China ist zwar anspruchsvoll, doch Bosch fährt an der Spitze“, sagt Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, bei der diesjährigen Auto China in Peking. „Bosch arbeitet in China mit nationalen und internationalen Herstellern zusammen. In der zunehmend von Software und künstlicher Intelligenz geprägten Mobilität sind wir gefragter Technologiepartner, weil wir mit hoher Geschwindigkeit hervorragende Lösungen entwickeln und bereitstellen können.“
Ein Beispiel dafür ist die neue automatische Ausweichfunktion – genannt „Autonomous Emergency Steering“. Bosch hat diese Funktion gemeinsam mit einem chinesischen Fahrzeughersteller innerhalb von sechs Monaten zur Serienreife gebracht. Sie verbindet Fahrassistenz und Fahrzeugsteuerung so, dass die Sicherheit erheblich steigt. Wenn bei plötzlich auftauchenden Hindernissen wie etwa einem ausschwenkenden Fahrzeug oder einem unerwartet auftretenden Fußgänger der Bremsweg nicht mehr ausreicht, verhindert die automatische Ausweichfunktion Kollisionen. Dazu koordiniert das Vehicle Motion Management von Bosch Bremse, Lenkung und Antriebsstrang so schnell und zielgerichtet, dass das Fahrzeug ausweicht, ohne an Stabilität zu verlieren – auch unter winterlichen Straßenverhältnissen.
Bosch entwickelt automatisiertes Fahren auf Level 3Besonders stark wächst Bosch in China bei Elektroantrieben, Fahrzeugcomputern, neuen Bremssystemen, Halbleitertechnologien und Lösungen für das assistierte und automatisierte Fahren (Advanced Driver Assistance Systems, kurz ADAS). Im vergangenen Jahr hatten im Land rund zwei Drittel der neu verkauften Pkw ein Fahrerassistenzsystem auf Level 2 an Bord. „Bosch ist einer der führenden Anbieter im stark wachsenden chinesischen Markt für assistiertes und automatisiertes Fahren", sagt Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender von Bosch Mobility. Das Unternehmen hat für seine Assistenzfunktionen in verschiedenen Ausbaustufen – vom Einstiegssegment bis zur Premiumklasse – nicht nur Aufträge in China, sondern in allen wichtigen Weltregionen gewonnen.
Der Markt in China strebt nach höheren Automatisierungsstufen. Fahrzeughersteller fragen zunehmend Level-3-Fahrfunktionen nach und bestätigen damit diesen Trend. Parallel dazu arbeitet China an der Finalisierung der entsprechenden Gesetzgebung für Privatfahrzeuge. In diesem Umfeld geht Bosch Mobility den nächsten Schritt in seiner Entwicklung – von Level 2 zu Level 3. Das Unternehmen hat seit März 2026 die Lizenz, im chinesischen Wuxi Fahrzeuge mit Level-3-Fahrfunktionen im Realbetrieb zu testen. Bosch setzt dabei auf eine weiterentwickelte ADAS-Systemlösung, die im Chery Exeed ES reihenweise Testsiege einfährt. Bei diesem fortschrittlichen Assistenzsystem bremst, lenkt und beschleunigt das Fahrzeug eigenständig, während der Fahrer den Verkehr aufmerksam beobachten muss. Das ändert sich ab Level 3. Die Verantwortung geht hierbei in bestimmten Anwendungsfällen auf das Fahrzeug über. Der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad und die Augen von der Straße nehmen. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, gewinnt der Fahrer dank Bosch-Technologie wertvolle Zeit im Auto zurück. Er wird sich auf der Autobahn und auf Schnellstraßen innerhalb chinesischer Städte zurücklehnen und entspannen können. Das Bosch-System fährt ihn bis zu einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern, funktioniert bei Wetterbedingungen bis 300 Meter Sicht und wechselt automatisch die Spur.
Mit Bosch-Technologie bringt Level 3 echten Mehrwert für Fahrerinnen und Fahrer. Möglich machen es Durchbrüche bei künstlicher Intelligenz (KI), die früheren, regelbasierten Ansätzen deutlich überlegen ist. „Wir setzen KI in jedem Softwarebaustein ein und kombinieren sie mit einer redundaten Sicherheitsarchitektur. Mit unserem Wissen über alle Fahrzeugdomänen hinweg sind wir idealer Partner für Hersteller, um Level 3 zu skalieren“, sagt Heyn.
Die Vorteile von Bosch bei Software und HardwareIn der Entwicklung des assistierten und automatisierten Fahrens spielt Bosch seine Vorteile aus. Das Unternehmen verfügt über Kompetenzen in allen Kernfahrzeugbereichen wie Antrieb, Lenkung, Bremse, Fahrzeugsensorik, Hochleistungsrechner, Bordelektronik, Software und KI. Durch Bosch bekommen Hersteller sowohl die Hardware wie etwa den leistungsstarken Radar der siebten Generation als auch die Algorithmen und profitieren von der weltweiten Präsenz, Skalenvorteilen sowie hoher Sicherheit. „Wir können Erkenntnisse aus einem Markt in andere transferieren. Unser Ziel ist es, bevorzugter Partner für chinesische und westliche Hersteller zu sein“, bekräftigt Heyn. Ein Level-3-System für Privatfahrzeuge, das den Fahrer für längere Zeit von der Fahraufgabe entbindet, ist auch für Flächenländer wie die USA mit ihren breiten Autobahnen, aber auch für Europa attraktiv. Bosch-Chef Hartung ergänzt: „Wer wie wir in der Lage ist, Angebot und Lieferketten an regionale Gegebenheiten anzupassen, und gleichzeitig Weltniveau liefern kann, ist klar im Vorteil.“
Eine Schlüsseltechnologie für softwaredefinierte Fahrzeuge sind By-Wire-Systeme für Bremse und Lenkung – ein wichtiges Geschäftsfeld für Bosch. Dabei übermitteln Signalleitungen den Fahrerwunsch an das Brems- und Lenksystem. Für Brake-by-Wire bietet Bosch eine Lösung bestehend aus zwei voneinander unabhängigen Bremsgeräten: einem neu entwickelten Bremsaktuator sowie einem traditionellen ESP®-System. „Mit unserem hydraulischen Brake-by-Wire haben wir ein für alle wichtigen Regionen attraktives Produkt entwickelt. Es beruht auf bewährten sowie kosteneffizienten Komponenten, ist leicht zu integrieren und erleichtert dadurch den Umstieg auf die neue Technologie“, erklärt Heyn. Mit fünf Herstellern hat Bosch bereits Lieferverträge für das hydraulische Brake-by-Wire-System geschlossen und wird es voraussichtlich Mitte 2026 in Pkws für den Individualverkehr in Serie bringen. Außerdem kommt es in mehreren Robotaxi-Plattformen zum Einsatz. Dazu ist der Produktionsstart voraussichtlich 2027. Zusätzlich zur hydraulischen Lösung bietet Bosch auch ein rein elektromechanisches System an. Bosch hat damit für jeden Fahrzeughersteller das passende Bremssystem im Portfolio.
Wer selbst mit Brake-by-Wire von Bosch bremst und mit Steer-by-Wire lenkt, wird im Fahrgefühl keinen Unterschied zu mechanischen Systemen ausmachen. Dafür genießt der Fahrer die funktionalen Vorteile der neuen Technologien. Dazu gehört eine unendliche Bandbreite an Lenkübersetzungen: von super-komfortabel beim Einparken, sportlich direkt auf kurvigen Landstraßen, bis supersportlich auf der Rennstrecke. Das von Bosch entwickelte System zeichnet sich durch eine hohe Performance aus. Fahrzeughersteller konnten sich davon bei der jüngsten Wintererprobung selbst überzeugen. In Schweden erlebten sie das direkte Ansprechverhalten, die schnelle Reaktion sowie das feinfühlige Lenk- und Straßenfeedback der neuen Bosch-Lenkung. Mit einer Lösung für den chinesischen Markt konnte Bosch bereits mehrere lokale Hersteller gewinnen und wird dieses Steer-by-Wire-System in diesem Jahr in diversen Plattformen in Serie bringen.
Auch mit seinem 48-Volt-Niederspannungsbordnetz ist Bosch Vorreiter. Das System deckt den steigenden Energiebedarf moderner Technik und erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen – bei optimiertem Gewicht und Kosten. Auf der Auto China 2026 wollen Bosch und der chinesische Fahrzeughersteller Chery eine strategische Entwicklungskooperation für ein 48-Volt-Bordnetz ankündigen.
Bosch mit starker Position beim elektrischen FahrenBosch hat bereits über 25 Millionen Komponenten für das elektrifizierte Fahren produziert. Allein 2026 wird das Unternehmen mehr als sieben Millionen Komponenten und Systeme für Elektro- und Hybridfahrzeuge weltweit bereitstellen. Im Leitmarkt China beliefert Bosch über 30 Automobilhersteller.
Seine E-Motoren macht Bosch immer besser. Das Unternehmen hat dabei für jeden Fahrzeugtyp vom Kleinwagen bis Sportwagen den passenden Elektroantrieb. Die Ingenieure konnten die Effizienzverluste der Elektromaschine um bis zu 30 Prozent verringern. Dafür machten sie große Schritte in der Optimierung von Elektroblechen, der Wicklung und insbesondere der Kühlung. Für kleine und kompakte Elektroautos eignen sich Statorwicklungen in Aluminium anstelle von Kupfer. Das senkt Kosten und Gewicht. Für sportliche Fahrzeuge ist Bosch in der Lage, die Leistungsdichte des Elektromotors um 50 Prozent zu erhöhen (bis auf 16 kW/kg).
Bereits 2025 hatte Bosch eine eAchse mit Magnesium-Legierung vorgestellt. Mit ihr fällt das Gewicht des Gehäuses um rund ein Fünftel. Der Trend zu höheren Integrationslösungen – der Verschmelzung mehrerer Funktionen in einem Gehäuse – zielt darauf ab, Platz, Gewicht und Kosten zu optimieren. Deshalb bietet Bosch verschiedene modulare Systemlösungen an, die Fahrzeughersteller flexibel in ihren Modellen integrieren können. Die 6-in-1 eAchse kombiniert Elektromotor, Getriebe, Inverter, On-board Ladegerät, DC/DC-Wandler und Power Distribution Unit. Sie geht dieses Jahr mit chinesischen Kunden in Serie.
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