15.09.2026

Führende Unternehmen skalieren die Wertschöpfungskette für Wasserstoff in Europa

Pläne für Ökosystem auf der IAA Transportation vorgestellt
Bosch als Technologiepartner beim Wasserstoff © Bosch

Bosch liefert die Schlüsseltechnologien sowohl für Fahrzeuge als auch für die Betankungsinfrastruktur.

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  • Bosch, Daimler Truck, Volvo Group, Toyota Motor Corporation, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy wollen den Hochlauf wasserstoffbetriebener Fahrzeuge in Europa beschleunigen.
  • Ökosystem in Deutschland erfüllt als erstes in Europa alle Voraussetzungen für einen skalierbaren Einsatz von Wasserstoff-Lkw bis 2030.
  • Kombination aus industrieller Umsetzung und einem starken politischen Rahmen schafft die Grundlage für die Skalierung des CO₂-freien Transports.

Hannover / Stuttgart – Bosch, Daimler Truck, die Volvo Group, die Toyota Motor Corporation, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy haben auf der IAA Transportation ihre Pläne vorgestellt, den Hochlauf wasserstoffbetriebener Fahrzeuge in Europa zu beschleunigen. Erstmals in Europa schafft das deutsche Ökosystem alle Voraussetzungen für einen skalierbaren Einsatz von Wasserstoff-Lkw bis 2030, getragen von politischer Unterstützung und europäischen Industrieführern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das deutsche Modell kann als Vorbild dienen, denn die Skalierung in ganz Europa erfordert eine abgestimmte Unterstützung durch die nationalen Regierungen und die Europäische Kommission, um langfristige Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.

Die Branchenführer bündeln ihre Kräfte, um bestehende Engpässe zu überwinden – getragen von der gemeinsamen Überzeugung, dass Wasserstoff eine wichtige Ergänzung zu batterieelektrischen Fahrzeugen ist, um die Dekarbonisierungsziele der EU zu erreichen. Dies gilt insbesondere für Transporteinsätze, die große Reichweiten, hohe Nutzlasten, kurze Betankungszeiten und Flexibilität erfordern. Bei Daimler Truck haben Kunden mit Brennstoffzellen-Lkw bereits fast 600 000 Kilometer zurückgelegt. Als nächsten Schritt plant das Unternehmen, ab Ende 2026 eine Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation in den Kundeneinsatz zu bringen. Parallel dazu werden die ersten Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor für die Markteinführung im kommenden Jahr vorbereitet. Insgesamt investiert das Unternehmen bis zum Ende des Jahrzehnts einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Wasserstoff-Lkw. Auch die Volvo Group treibt ihr Wasserstoffportfolio voran und investiert erhebliche Summen in Wasserstoffantriebe für die Markteinführung bis 2030, darunter sowohl Brennstoffzellen-Lkw als auch Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Toyota wird sich als Technologiepartner am Ausbau der Wasserstoffmobilität beteiligen und greift dabei auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Brennstoffzellensystemen zurück. Bosch liefert zentrale Fahrzeugkomponenten für gasförmigen Wasserstoff sowie zukunftsweisende Betankungstechnologien für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff. Das Brennstoffzellensystem des Unternehmens hat seine Leistungsfähigkeit auf der Straße bereits auf mehr als 30 Millionen Kilometern unter Beweis gestellt.

Auf der Energie- und Infrastrukturseite arbeiten die Volvo Group und Daimler Truck eng mit Energieunternehmen und Wasserstofflieferanten wie Air Liquide, TotalEnergies und MB Energy sowie mit Tankstellenbetreibern wie MB Energy und TEAL Mobility zusammen, einem 50:50-Joint Venture von TotalEnergies und Air Liquide, das unter der Marke TotalEnergies operiert. Die Unternehmen bündeln ihre jeweiligen Kapazitäten, um sowohl die Lieferketten für flüssigen als auch für gasförmigen Wasserstoff zu skalieren. Durch ihre Infrastrukturinvestitionen treiben sie den Aufbau von Tankstellen mit hoher Kapazität und starker Betankungsleistung voran, die bis zu 100 Lkw pro Tag betanken können. Gleichzeitig nutzen sie Synergien mit der schnell wachsenden industriellen Produktion von erneuerbarem Wasserstoff, die durch die Umsetzung der europäischen RED-III-Regulierung unterstützt wird.

Für Flottenbetreiber ist die Erreichung wettbewerbsfähiger Kosten im Vergleich zu Diesel entscheidend, um Wasserstoff zu nutzen. Die Kombination aus politischer Unterstützung in Deutschland und industrieller Zusammenarbeit macht dies mit drei zentralen Hebeln möglich:
  • Senkung der Fahrzeugkosten durch Fördermaßnahmen und Serienproduktion.
  • Erreichen eines wettbewerbsfähigen Wasserstoffpreises gegenüber Diesel an der Zapfsäule durch eine wettbewerbsfähigere Wasserstoff-Lieferkette und Treibhausgasquoten.
  • Anreize wie Mautbefreiungen für CO2-freie Fahrzeuge für Flottenbetreiber.
Der Markt entwickelt sich mehr und mehr, um diese Voraussetzungen zu erfüllen. So war beispielsweise das deutsche NOW-Förderprogramm deutlich mit Nachfragen überzeichnet. Industrieunternehmen beantragten hier mehr als 70 Hochleistungs-Tankstellen und 800 schwere Nutzfahrzeuge, was die starke kommerzielle Nachfrage seitens der Logistikbranche bestätigt.

Während Deutschland den Startpunkt für die operative Umsetzung setzt und zeigt, wie industrielles Handeln und gezielte öffentliche Unterstützung die Marktentwicklung beschleunigen können, fordern die Unternehmen strategische Maßnahmen durch die nationalen Regierungen und die Europäische Kommission, um dieses Modell europaweit zu etablieren. Zu diesen Maßnahmen gehören der Ausbau der Infrastruktur durch abgestimmte Förderprogramme für Tankstellen und Fahrzeuge, um die Ziele der „Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR)“ zu erreichen, die Stärkung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Wasserstoff durch pragmatische und harmonisierte Anrechnungsmechanismen für erneuerbare Kraftstoffe sowie Mautanreize und die gemeinsame Risikominimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion und Verflüssigung über die Distribution bis hin zum Fahrzeugbetrieb.

Diese Kombination aus industrieller Umsetzungskraft und einem starken politischen Rahmen schafft die Grundlage für die Skalierung CO2-freier Gütertransporte. Gleichzeitig stärkt sie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, die Energieversorgungssicherheit sowie die Beschäftigung und reduziert die Emissionen im Güterverkehr.

Mobility ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2025 mit 55,8 Milliarden Euro rund 61 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Damit ist das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen einer der führenden Anbieter in der Mobilitätsindustrie. Bosch Mobility verfolgt die Vision einer sicheren, nachhaltigen und begeisternden Mobilität. Seinen Kunden bietet der Bereich ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Elektrifizierung, Software und Services, Halbleiter und Sensoren, Fahrzeugcomputer, fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme sowie Systeme zur Regelung der Fahrdynamik. Hinzu kommen Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel und Flottenbetreiber. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

In Österreich erzielte die Bosch-Gruppe 2025 mit rund 3 300 Mitarbeitenden einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro. 1899 übernahm die Firma Dénes & Friedmann die Vertretung der Bosch Produkte für die gesamte Donaumonarchie. Das war der Beginn der Bosch-Aktivitäten in Österreich und der Startschuss für eine blühende Erfolgsgeschichte. Heute ist Bosch in Österreich mit allen vier Unternehmensbereichen vertreten: Mobility, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. An den Standorten Wien, Linz und Hallein sind internationale Kompetenzzentren für die Entwicklung innovativer und zukunftsweisender Mobilitäts- und Wasserstoff-Lösungen angesiedelt. Nahezu die Hälfte der Belegschaft in Österreich ist im Engineering-Bereich tätig. Engagierte Techniktalente finden bei Bosch in Österreich ein inspirierendes Arbeitsumfeld, um Zukunftsthemen aktiv voranzutreiben. Auch in den Produktionsbetrieben in Hallein, Bischofshofen, Linz und Pasching sowie in den Vertriebs- und Verwaltungsbereichen tragen dynamische Beschäftigte zum nachhaltigen Erfolg der Bosch-Gruppe in Österreich bei. Mehr Informationen unter www.bosch.at und www.bosch-presse.at.

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