03.11.2026
Stark im Auto, Wachstum durch Sensoren und Robotik
- Bosch stellt Halbleitersparte ab Januar 2028 auf eigene Beine und zielt auf zusätzliches Wachstum in neuen Märkten.
- Wirtschaftliche Ambition: Bosch plant bis 2030 einen Umsatz mit Halbleitern von fünf Milliarden Euro zu erreichen.
- Bosch-Mobility-Chef Markus Heyn: „Halbleiter sind Schlüssel für ‚Technik fürs Leben‘ und technologische Basis für Innovationen unserer Kunden.“
- Bosch-Halbleiter-Chef Erik Rein: „Mit eigener Sparte werden wir uns noch besser auf die Anforderungen unserer Kunden ausrichten können.“
Stuttgart – Kleine Bauteile mit großer Wirkung: Halbleiter sind Taktgeber der modernen Technikwelt. Als unverzichtbarer Bestandteil aller elektronischen Systeme sind sie bereits heute in Autos, E-Bikes, Haushaltsgeräten und Wearables Helden in Miniaturgröße. Mit dem rasanten Wachstum neuer Technologiemärkte, allen voran Robotik und Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI), nimmt auch der Bedarf an Halbleitern massiv zu. Laut einer aktuellen
McKinsey-Studie benötigt allein die Nachfrage nach Anwendungen für generative KI bis 2030 ein zusätzliches jährliches Volumen von bis zu 3,6 Millionen Halbleiter-Wafern. Nach Analysen von
Strategy& und dem Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) wird sich bis 2040 der Halbleiterbedarf in Europa durch Robotik und Industrieautomatisierung verdoppeln. An diesem Wachstum will Bosch partizipieren und plant bis 2030 einen Umsatz mit Halbleitern von rund fünf Milliarden Euro zu erreichen. Dafür stärkt das Unternehmen im Zuge der
Ende Oktober 2026 kommunizierten Neuordnung der Konzernstruktur und Weiterentwicklung von Bosch Mobility auch sein Halbleitergeschäft. Ab dem 1. Januar 2028 stellt Bosch mit dem neuen Geschäftsbereich Semiconductors seine Halbleiteraktivitäten auf eigene Beine. Die Zuordnung zum Unternehmensbereich Mobility bleibt bestehen. Aktuell sind die Halbleiteraktivitäten im Geschäftsbereich Mobility Electronics angesiedelt.
„Halbleiter sind Dreh- und Angelpunkt unserer vernetzten Welt und gleichzeitig wesentlicher Erfolgsfaktor für alle Geschäftsfelder von Bosch“, sagt Markus Heyn, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Bosch Mobility. Das Unternehmen will für seine Halbleiter zusätzliche Absatz- und Wachstumsmöglichkeiten in neuen Anwendungen erschließen. Dazu gehören neben dem bisherigen Automobil- und Konsumentengeschäft wie etwa Smartphones und Wearables auch zukunftsweisende Anwendungen in der Robotik, in der Bosch-Chips bereits heute erfolgreich eingesetzt werden. „Halbleiter von Bosch ermöglichen heute schon die effiziente Steuerung humanoider Roboter. Hochpräzise, innovative Sensoren werden das Fundament für weitere intelligente Systeme bilden. Sie sind der Schlüssel für unsere ‚Technik fürs Leben‘ und die technologische Basis für Innovationen unserer Kunden“, ergänzt Heyn. Schon heute ist Bosch gefragter und attraktiver Industrialisierungspartner und Komponentenlieferant für Robotik weltweit und zudem einer der führenden Sensorik-Anbieter für das gesamte Robotik-Spektrum – vom Saugroboter bis zum Humanoiden. Zudem öffnet das Unternehmen künftig seine Fertigungskapazitäten verstärkt für externe Partner und baut sein Foundry-Geschäft gezielt aus.
Bosch investiert kontinuierlich in sein Halbleitergeschäft weltweitMit der Neuaufstellung seiner Halbleitersparte im neuen Geschäftsbereich Semiconductors passt Bosch Organisation und Prozesse noch besser auf die speziellen und sehr dynamischen Kunden- und Marktanforderungen der Halbleiterindustrie an. „Mit der Gründung einer eigenen Einheit schlagen wir ein neues Kapitel in unserer über 60-jährigen Halbleitergeschichte auf“, sagt Erik Rein, der bei Bosch für das Halbleitergeschäft verantwortlich ist. „Künftig werden wir uns noch besser auf die Anforderungen unserer Kunden ausrichten können – im Automobilsektor, für Konsumelektronik und auch darüber hinaus. Unsere einzigartigen Stärken im Halbleitergeschäft sind die Markt- und Technologieführerschaft in der MEMS-Sensorik sowie die Integration von Halbleitern in das Systemgeschäft. Dazu gehören insbesondere auch Siliziumkarbid-Chips und anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASIC). Diese Stärken wollen wir ausbauen und in ausgewählten neuen Märkten nutzen“, betont Rein.
Bosch ist mit weltweit rund 40 Halbleiter-Standorten für Forschung, Entwicklung und Fertigung global aufgestellt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren rund drei Milliarden Euro an seinen Halbleiterstandorten Dresden und Reutlingen investiert. In Roseville, Kalifornien, rüstet Bosch für rund zwei Milliarden US-Dollar sein Werk für die Fertigung von speziellen Siliziumkarbid-Chips um. Um seine globale Resilienz zu stärken, plant das Unternehmen zudem bis Mitte der nächsten Dekade einen weiteren Ausbau des Testzentrums in Penang, Malaysia. Ferner ist Bosch mit zehn Prozent an dem Joint Venture European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) GmbH in Dresden beteiligt.
Steuergeräte und Leistungselektronik für das interne AutomobilgeschäftBisher gehört das Halbleitergeschäft zum Bosch Geschäftsbereich Mobility Electronics, wie auch das Bosch-interne Geschäft mit elektronischen Steuergeräten und Leistungselektronik. Ab Januar 2028 umfasst der Geschäftsbereich Mobility Electronics das Geschäft mit elektronischen Steuergeräten für Automotive-Anwendungen.